ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

LUDWIG - SALVATOR - GESELLSCHAFT

wellen-1
Entourage
mallorca-1
kueste-1
hafen-1
nixe-1

Zitate

Die folgenden Zitate Ludwig Salvators sind ausnahmslos seinen Werken entnommen und betreffen vornehmlich die Themen Natur, Schifffahrt, Meer und Mensch. Sie werden laufend ergänzt.

Zum Thema Mensch/en:

„Während meines Aufenthaltes auf Helgoland fuhr ich gerne mit den Fischern aufs Meer hinaus; die Gesellschaft jener einfachen Menschen ist einem viel angenehmer, ich möchte sagen auch lehrreicher, als die mancher Gebildeten.“

(aus „Helgoland“, 1890)


„Manchmal dachte ich so nach und auf liebe Bekannte; aber ich war allein, denn in dem Maße, wie die Menschen älter werden, ist es schwieriger, daß sie miteinander bekannt werden. Hauptsächlich weil sie weniger offenherzig sind; sie zeigen sich mehr so, wie sie sein sollten, als so, wie sie wirklich sind. Ein Fehler, der in der Jugend vielleicht, weil von dem anderen besessen, kein Grund der Abstoßung, sondern vielIeicht sogar der Annäherung wäre, wird gleich als etwas trennendes betrachtet. Denn das Urteil ist strenger; und sollte man selbst den gleichen  Fehler auch haben, so will man es nicht gestehen. Auch bildet sich die Anhänglichkeit schwieriger, braucht längere Zeit, deswegen ist es notwendig, bevor man von jemandem sagen könne, daß man ihn kenne, daß Jahre, ja Jahrzehnte vergehen. Manchmal wird man das ganze Leben nebeneinander traben, ohne sich gegenseitig kennen zu lernen. Dies hängt auch von dem Umstande ab, daß man, um sich kennen zu lernen, besondere Verhältnisse braucht. In dem alltäglichen Einerlei wird man sich nicht kennen lernen und dieses wird, ohne besondere Umstände manchmal Jahre lang dauern. Eine Kleinigkeit sagt manchmal mehr in einer Minute, wie ein Jahrzehnte langes Zusammenleben.“

(aus „Lieder der Bäume“, 1914)


„Vielleicht trägt das Büchlein dazu bei, die Aufmerksamkeit der Auswanderer dahin zu lenken, wo es ihnen gegönnt ist, sich ein friedliches und angenehmes Heim zu schaffen.“

(aus „Eine Blume aus dem goldenen Land oder Los Angeles, 1878)


„Sonderbarer Weise beschäftigen sich die Menschen am meisten mit den Thaten derjenigen, die ihnen Schaden zufügten. Die Geschichte derselben wird nach allen Arten und Richtungen hin geschrieben und mit Gier gelesen. Falschen Gelehrten, welche durch ihre irrigen Lehren die Fackel des Glaubens in den jugendlichen Herzen erlöschten, Empörern, die ein ruhiges Land in Feuer und Flammen setzten, Eroberern, welche Hunderttausende zur Schlachtbank führten – ihnen wird ein Denkmal errichtet und mit grinsendem Lächeln blicken ihre ehernen Figuren vom hohen Marmorsockel auf die zu ihren Füssen wogende Menge, die blindlings neuen Zerstörern ihres Wohlergehens neue Statuen errichten wird. Um die Geschichte wohlthätiger Wesen, welche ihre Mitmenschen liebten, ihnen halfen, um die kümmert man sich kaum; ihre Stimme verhallt ungehört wie die der nützlichen Singvögel in der Waldesstille verklingt und verschwimmt in dem Meere der auf einander folgenden Menschenwogen. Wie einsame, aber wohlriechende Blümchen keimen sie auf, entfalten sich, verbreiten ihren himmlischen Duft und vergehen ungesehen und unbemerkt. Und doch, um wie viel veredelnder wäre es, wenn man sich gerade mit der schlichten Geschichte dieser segenbringenden Geschöpfe beschäftigen würde, wie viele Beispiele von Tugend, von Sanftmuth, von Opferwilligkeit könnte man aus ihrem Leben lesen und ihr bescheidener Name, den sie zu Lebzeiten nicht ausposaunten, würde im dankbaren Herzen der folgenden Generationen fortleben, die ihre Erinnerung segnen möchte und aus ihrem Lebenswandel nützliche Lehren schöpfen würde, um wiederum nach Thunlichkeit Gutes zu wirken.“                                                                                                                                                           

(aus „Catalina Homar“, 1905)

 

Zum Thema Natur:

„Ich habe nie begreifen können, wie sich ein Mensch langweilen kann mitten in Gottes freier Natur; im kontemplativen Nichtsthun liegt doch ein Meer von Poesie.“

„Ein jeder lese im grossen Buche der Natur, das ist eine Lektüre, bei welcher man sich nicht die Augen anzustrengen hat, wie bei der Druckerschwärze, sondern nur Erholung und Genuss schöpfen wird. Sind es Eltern, denen das Bändchen in die Hände gerät, so mögen sie ihren Kindern gleich in den frühesten Jahren diese Liebe zur Natur und diese Freude an der geringsten Kleinigkeit in derselben einprägen, wie sie den Verfasser nie verliess, wie sie sich offenbart im Zittern eines Blattes in der Mittagsbrise, in dem Brechen einer Welle am Strande, im Flattern eines Schmetterlings oder im Summen einer Biene. Auf diese Weise werden Sie ihren Nachkommen das beste Mittel zur irdischen Zufriedenheit hinterlassen.“

„Ich hasse überhaupt die Sucht, von der Natur erzwingen zu wollen, dass sie eine fremde Pflanze hervorbringe, welche dann nur kümmerlich aufkommt. Man pflanze solche Gewächse an, die wirklich gedeihen und man geniesst sie in ihrer Schönheit und Fülle.“

„Ein Gefühl der Wehmut ist es, welches die Betrachtung der Kastanienernte erweckt; es ist ja die letzte Frucht des Jahres, die nun eingeheimst wird, der Abschied von der schönen Sommerzeit tritt nahe heran. Unwillkürlich muss ich beim Anblick der Marroni stets an Frost und Kälte denken.“

„Die Ruhe der Natur wirkt auf mich belebend und stärkend, wie gerne möchte ich aus diesem Becher des stillen kontemplativen Meeresgenusses in vollen Zügen schlürfen! Aber der Dämon des Wandertriebes gönnt mir keine Rast! Hinaus führt er, hinaus in die Ferne, die mich mächtig anlockt. Wie viele Freunde, die mich erwarten! Welch süsses Wiedersehen nach Monaten – nach Jahren!“


Zum Thema Meer/Schiff:

„Ein Schiff ist überhaupt wie eine selbständige kleine Welt; ähnlich einer ländlichen Heimstätte hat es obendrein den Vorteil, dass sich an dasselbe Erinnerungen knüpfen an die Gegenden, die es durchsegelte. Darum fortwandern, und immer reicher wird der Kranz der Erinnerungen. Das Schiff wird dann zum Kaleidoskop, durch welches sich in der Phantasie die tausendfältigen Bilder wiederholen. Es ist ein Landhaus, aber nicht mit abrutschenden Hängen, dem verwilderten Garten und den verdorrten Waldriesen, die man mit Wehmut fallen sieht, sondern ein Landhaus inmitten ewiger Jugend, denn nur das Meer bleibt auf unserem Erdball ewig jung, und noch dazu ein Haus, das man weiter bewegen kann, sobald man der genossenen Aussicht satt wurde.“

(aus „Lose Blätter aus Abbazia“, 1886)


„Das Meer stärkt, kräftigt und veredelt. Wie viele edle Gedanken hat das Meer nicht erweckt! Und selbst in seinen Gefahren liegt etwas Gutes, sie stählen den Charakter und bringen die Seele dem Schöpfer näher!“

(aus „Cannosa“, 1897)