Ludwig Salvator

ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

LUDWIG - SALVATOR - GESELLSCHAFT

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Lefkosia - Haidar Pascha Djami

„Gar häufig hatte ich in Bougies Reede Anker geworfen, bevor ich nach den Balearen hinüber fuhr, und immer war ich durch die Verwandtschaft beider Länder überrascht und angezogen worden. Diese Verwandtschaft herrscht nicht bloß in den Gebirgsarten und in der Vegetation, sondern auch in der Geschichte beider Länder von der Maurenherrschaft und dem Märtyrerthum Ramon Lull’s bis zu den Zeiten Don Fernando’s und Karl V. ist eng verknüpft. Ein doppelter Faden maurischer und spanischer Poesie durchwebt die Geschichte beider Länder und macht dem Kenner und Freunde des einen das andere doppelt anziehend.“ 

Ludwig Salvator in „Bougie. Die Perle Nord-Afrikas“, 1899

Kulturen und Religionen

Die beiden Weltreligionen – Judentum und Christentum – hatten ihre Geburtsstätten direkt im östlichen Mittelmeerraum. Während diese in den Epochen der römischen Reiche ihre Verbreitung fanden, erreichte die auf der arabischen Halbinsel entstandene islamische Religion ihre Geltung und Ausdehnung erst durch die Eroberungskriege im nordafrikanischem Mittelmeerraum sowie durch das sich im Mittelalter an dessen östlichen Gestaden bildende Osmanische Reich und das „Al Andalus-Reich“ im mittleren Westen der iberischen Halbinsel. Ungeachtet ihrer bedeutenden Rolle für die Entwicklung und den Fortbestand der Mittelmeer-Kulturen erzeugten insbesondere Christentum und Islam aufgrund ihrer symbiotischen Beziehungen mit weltlichen Herrschergeschlechten seit jeher ein erhebliches Spannungspotential, das entgegen der religiös oftmals proklamierten Nächstenliebe bis heute Anlass oder Vorwand für unzählige bewaffnete Konflikte und Blutvergießen gab.

Erzherzog Ludwig Salvator entstammte dem tiefgläubigen christlich-römisch-katholischen Habsburger-Geschlecht und war selber von großer Religiosität durchdrungen. Geprägt durch seine Jahrzehnte langen Seefahrten – samt oftmals durchlebten schwierigen nautischen Situationen – und seine Liebe zu allen Erscheinungsformen von Natur und Mensch, gründete sich seine Religiosität nicht nur auf trockenen Bibelglauben, sondern speiste sich stimmig aus seinem gesamten Lebenskontext. Ungeachtet des festen christlichen Glaubens war er von großer Toleranz beseelt und zeugen seine Werke insbesondere von einem großen Respekt gegenüber der islamischen Kultur und Religion. Grund dafür waren seine langen Aufenthalte im Nahen Osten und in den nordafrikanisch-muslimischen Ländern Ägypten, Tunesien und Algerien, wo er ausreichend Gelegenheit zu Begegnungen mit den dort lebenden Ethnien und ihren Kulturen hatte.

Bestehende Spannungen und Konflikte kultureller und religiöser Natur, die aufgrund von großen Migrationsströmen nun bis tief nach Europa hinein getragen werden, können nur durch Begegnung, Respekt und Toleranz abgebaut, verhandelt und bereinigt werden. Vorausgesetzt, politischer Wille ist hierfür vorhanden. Deshalb stellt es auch eine Aufgabe der Zivilgesellschaft dar, sich vermehrt für ein solches Miteinander einzusetzen, um die daraus entstehende intellektuelle, menschliche und künstlerische Bereicherung für ein beiderseitig gelungeneres Leben zu nützen.

Die Ludwig-Salvator-Gesellschaft war Gründungsmitglied des österreichischen Netzwerkes der von der EU ins Leben gerufenen „Anna Lindh Foundation“ und organisierte für dieselbe im ORF-Radiokulturhaus das Konzert „Klangraum Mittelmeer“ mit 26 Künstler/inne/n aus Österreich, Kroatien, Griechenland, Türkei, Israel, Palästina, Tunesien, Marokko, Italien und Spanien.