Ludwig Salvator

ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

LUDWIG - SALVATOR - GESELLSCHAFT

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Tafel von Trabucó (Talayot-Kultur auf Menorca) Zeichnung von Ludwig Salvator

Geschichtliches

Die Geschichte des Mittelmeerraumes ist die Geschichte eines der ältesten Kulturräume der Menschheit. Der Mittelmeerraum ist eine interkontinentale Region, die das Mittelmeer mit den darin liegenden Inseln und die küstennahen Festlandregionen dreier Kontinente umfasst. Erste Hochkulturen entstanden vor etwa 5.000 Jahren am Nil und in der Levante. Sowohl die Landwirtschaft als auch die urbane Kultur haben sich von dort nach Europa verbreitet. Die moderne Wissenschaft, Philosophie und das demokratische Staatswesen haben hier ihre Wurzeln, so dass die Region heute auch als Wiege der abendländischen Kultur gilt.

Zahlreiche paläoanthropologische Funde, beispielsweise aus der Höhle von Arago bei Perpignan, beweisen, dass schon der Homo erectus im Mittelmeerraum lebte. Vor etwa 75.000 Jahren war die Region vor allem im europäischen Teil und in der Levante von Neandertalern besiedelt; in der Levante lebten parallel zu den Neandertalern aber auch schon die Vorfahren der „Jetztmenschen“ (vergl. Archaischer Homo sapiens). Vor ca. 40.000 Jahren wanderten die Cro-Magnon-Menschen über Anatolien nach Europa ein, existierten einige tausend Jahre parallel zu den Neandertalern, verdrängten diese aber nach und nach auf die Iberische Halbinsel im Westen und die Krim-Halbinsel im Osten. Die jüngsten Neandertaler-Funde aus diesen Regionen werden auf ein Alter von etwa 30.000 Jahre datiert.

In dem sich über mehrere hunderttausend Jahre erstreckenden Zeitraum dehnten sich die polaren Eiskappen wiederholt aus, Gletscher bedeckten während der Eiszeiten die Hochgebirge. Der Meeresspiegel lag daher zeitweise um bis zu 150 Metern unter dem heutigen Niveau. Die Straße von Gibraltar schloss sich zeitweise.

Funde aus der Höhle von Franchthi in der Argolis in Griechenland – darunter melischer Obsidian und Reste von Hochseefischen (Thunfisch) – belegen frühe Seefahrt. Auch der epipaläolitische Fundort von Aetokremnos auf Zypern konnte nur über das offene Meer erreicht werden. Im Epipaläolithikum kam es zu saisonalen Siedlungen, seit dem Neolithikum wurde Landwirtschaft betrieben. Sehr viel später folgt das Alte Ägypten, wo ab 5000 v. Chr. Ackerbau betrieben wurde. Vermutlich drangen frühe Viehzüchter aus der zunehmend trockeneren Sahara (Western Desert) in das Niltal ein. Die Neolithisierung Zyperns erfolgte 8300 v. Chr. In Griechenland sind die ersten Ackerbauern vor 7.000 v. Chr. anzusetzen. Die ägäischen Inseln scheinen erst später zu folgen. Aus Knossos auf Kreta ist ein akeramisches Neolithikum belegt. Im westlichen Mittelmeerraum (Cardialkultur) datiert das früheste Neolithikum ebenfalls auf ca. 7000 v. Chr. Man nimmt an, dass sich die neolithischen Kulturen vor allem über die Küstenregionen des Mittelmeers verbreiteten und bereits um 6.600 v. Chr. die Schweiz erreichten. Ein Eichenholz-Einbaum dieser Cardial-Kultur wurde in La Marmotta, Bracciano (Italien), gefunden.

Auf Malta und auf der iberischen Halbinsel entstanden während der Jungsteinzeit etwa zeitgleich die ersten Megalithanlagen und Tempel.

Die Metallzeiten lösten die Steinzeit regional unterschiedlich ab. Zuerst verbreitet sich Kupfer, danach Bronze. Im metallreichen Spanien begann um 2300 v. Chr. die Bronzezeit (El-Argar-Kultur). Zahlreiche befestigte Siedlungen wurden angelegt. Erste Staaten entstanden mit den Pharaonen-Dynastien gegen 3000 v. Chr. in Ägypten. Fast gleichzeitig bildeten sich an der Levante- und Ägäisküste erste Stadtstaaten. Die Großreiche der Frühzeit – Assyrien, Babylonien und die Hethiter – dehnten sich zeitweilig in den mediterranen Raum aus.

Die erste Hochkultur in Europa bildete sich auf Kreta aus: die minoische Kultur entstand um 3000 v. Chr. und erreichte als möglicherweise erste Thalassokratie tausend Jahre später ihren Höhepunkt. Es wurden für die damalige Zeit und für europäische Verhältnisse gewaltige Paläste gebaut, die Besiedlung war sehr dicht und es muss Wohlstand geherrscht haben. Der Grund für das Ende dieser Kultur im 15. Jahrhundert v. Chr. ist umstritten; ältere Theorien, wonach der Vulkanausbruch auf Santorin sie unmittelbar ausgelöscht hat, sind widerlegt. Dagegen gilt heute eine Eroberung Kretas durch mykenische Griechen als sehr wahrscheinlich.

Im 8. Jh. v. Chr. dehnte das Assyrische Reich unter König Tiglat-pileser III. seinen Herrschaftsbereich bis ins östliche Mittelmeer (Levante, Zypern und Nildelta) aus. Die Assyrer nannten das Mittelmeer „Oberes Meer des Sonnenuntergangs“ oder einfach das Obere Meer.

Wirtschaftlich und kulturell wurde der Mittelmeerraum im ersten Jahrtausend v. Chr. die meiste Zeit von den Griechen und Phöniziern dominiert. Beide Völker besaßen jedoch keine geschlossenen Großreiche, sondern waren in einzelne Stadtstaaten zersplittert. Einzige Ausnahme bei den Griechen war das Alexanderreich, das ab etwa 330 v. Chr. den gesamten östlichen Mittelmeerraum einnahm. Es bestand zwar nur wenige Jahre, festigte jedoch nachhaltig den Einfluss der griechischen Kultur in dieser Region. Karthago, eine phönizische Kolonie im heutigen Tunesien, entwickelte sich ab etwa 550 v. Chr. zu einem Flächenstaat, der bis ins 3. Jh. v. Chr. die Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer innehatte.

Ab dem Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.) beherrschten die Römer weite Teile des Mittelmeers und nannten es mare nostrum („unser Meer“). Im Jahr 30 v. Chr. wurde Ägypten römische Provinz. Unter der Herrschaft des Kaisers Claudius (41–54 n. Chr.) wurde schließlich das antike Königreich Mauretanien (eine sehr ausgedehnte Region im Nordwesten Afrikas, die geographisch nichts mit dem heutigen Land Mauretanien zu tun hat) von den Römern erobert. Fortan umschloss das Römische Reich (Imperium Romanum) für die nächsten 300 Jahre das gesamte Mittelmeer.

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im 5. Jh. blieb das Oströmische Reich, später Byzantinisches Reich genannt, zunächst Regionalmacht im östlichen Mittelmeer. Im 7. Jh. gerieten große Teile des Mittelmeerraumes unter arabische Herrschaft. Im 11. Jh. verdrängten die Türken, aus Zentralasien kommend, die Byzantiner weitgehend aus Kleinasien. 1453 eroberten sie Konstantinopel und zerschlugen das Byzantinische Reich endgültig. Nachfolgend dehnte sich das Osmanische Reich auf zahlreiche Nachfolgestaaten des Umayyaden-Kalifats aus und blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein die bedeutendste Macht im Mittelmeerraum. Erbitterte Gegner der Türken im Kampf um die Vorherrschaft auf See im 15. und 16. Jahrhundert waren die Venezianer.

Im Laufe des 19. und frühen 20. Jh. geriet nahezu der gesamte Mittelmeerraum unter Kontrolle europäischer Mächte, insbesondere Frankreichs und Großbritanniens. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) und mehr noch Zweiten Weltkrieg (1939–1945) war auch das Mittelmeer ein Kriegsschauplatz. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlangten die europäischen Kolonien in Nordafrika und an der östlichen Mittelmeerküste nach und nach ihre Unabhängigkeit. Eine in mehrfacher Hinsicht besondere historische Bedeutung kommt der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 zu.

Im 21. Jahrhundert ist das Mittelmeer Schauplatz einer Migrationsbewegung aus den gering entwickelten, armen und oft zusätzlich von politischen Krisen und Konflikten erschütterten Ländern Afrikas sowie des Nahen- und Mittleren Ostens in die hoch entwickelten, wohlhabenden und politisch stabilen Länder des westlichen Europa.

Quelle: wikipedia.org