Ludwig Salvator

ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

LUDWIG - SALVATOR - GESELLSCHAFT

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ÜBERBLICK

Antonio Vives y Colom

1854 (Deia/Mallorca) – 1918 (Brandeis a.d. Elbe/Böhmen)

 

Ludwig Salvator lernte anlässlich seines zweiten Mallorca-Aufenthalts 1871/72 den damals siebzehnjährigen – aus der Ortschaft Deià stammenden – Priesterseminaristen Antonio Vives  kennen und stellte ihn in seine Dienste. Nach dem frühen Tod von Vratislav Vyborny, dem böhmischen Freund, Reisebegleiter und Sekretär des Erzherzogs, trat der junge Mallorquiner in dessen Fußstapfen. Er avancierte in den folgenden Jahren zum engsten Vertrauten und letztlich sogar  zum Erben Ludwig Salvators. Im persönlichen Widmungsexemplar des großen Balearenwerks bezeichnete ihn der Erzherzog als „den Mann, der mich am meisten liebte“.

Als sich Antonio Vives anlässlich eines gemeinsamen Venedigaufenthalts 1879 in die junge venezianische Gräfin Luisa Venezze verliebte (oder war es gar doch der Erzherzog?), hielt Ludwig Salvator für ihn um die Hand der Adeligen an. Die Familie Vives-Venezze bezog in weiterer Folge die vom Erzherzog auf Mallorca angekaufte und als Domizil einer Gräfin würdige Finca Son Marroig zwischen den Ortschaften Valldemossa und Deià. Sie gebar in weiterer Folge drei Kinder:

  • Lluis Salvador (1880), genannt „Gigi“
  • Lluisa Maria Magdalena (1882), genannt „Gigetta“ und
  • Lluis Antoni (1884), genannt „Gino“.


Luisa Venezze starb 1896 bei der Geburt ihres vierten Kindes, welches ebenfalls nicht überlebte.

Antonio Vives heiratete 1899 die ebenfalls aus Deià stammende Aina Ripoll. Aus dieser Ehe entstammte seine jüngste Tochter 

  • Lluisa Magdalena (1899), genannt Luigina.


Der mallorquinische Sekretär und teilweise auch dessen Kinder begleiteten Ludwig Salvator auf nahezu allen Reisen und waren fester Teil seiner Entourage.

Neben verschiedensten organisatorischen und unterstützenden Tätigkeiten widmete sich Antonio Vives vornehmlich der Fotografie. Seine Aufnahmen von Landschaften, Architektur und Menschen vervollständigten ab 1900 die Illustrationen Ludwig Salvators in dessen diversen Publikationen.

Der Erzherzog setzte Antonio Vives und dessen vier Kinder schließlich zu seinen Universalerben ein. Aufgrund der durch die Wirren des 1. Weltkriegs verspäteten Testamentseröffnung und Einantwortung kam der treue Sekretär, der bereits drei Jahre nach Ludwig Salvator ebenfalls auf Schloss Brandeis verstarb, nicht mehr in den Genuss des Nachlasses und insbesondere der ausgedehnten erzherzoglichen Besitzungen auf Mallorca.

Nach dem 1. Weltkrieg verkauften seine Kinder die ebenfalls ererbten Besitztümer in Ägypten (San Stefano bei Ramleh) und Frankreich (St. Paul de Vence) und teilten die mallorquinischen Immobilien wie folgt untereinander auf:

  • Lluis Salvador (Gigi): Son Gual und die Hälfte von Son Ferrandell
  • Lluisa Maria Magdalena (Gigetta): Son Moragues und S’Estaca
  • Lluis Antoni (Gino): Son Galceran, Ca na Matgina, Sa Font Figuera und die Hälfte von  Son Ferrandell
  • Lluisa Magdalena (Luigina): Sa Pedrissa, Son Marroig, Son Gallard und die Monastir de  Miramar.

     

Das erzherzogliche „Miramar“ hörte damit als Einheit zu existieren auf. Von diesem Zeitpunkt an  wurde es weiter unterteilt, einige Teile von Son Ferrandell, Son Gual und Son Moragues wurden auch parzelliert und urbanisiert.

Antonio Vives y Colom fand am Ortsfriedhof von Brandýs nad Labem (Brandeis an der Elbe) in der Nähe von Prag im Familiengrab des erzherzoglichen Forstrats Reinwarth seine letzte Ruhestätte.