ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

LUDWIG - SALVATOR - GESELLSCHAFT

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Catalina Homar

1854 (Valldemossa/Mallorca) – 1905 (Valldemossa/Böhmen)

 

Catalina Homar war die Tochter des in den Diensten von Ludwig Salvator auf dem Landgut Son Moragues tätigen Tischlermeisters Miguel Homar und legendäre Geliebte des Erzherzogs.

Der Erzherzog förderte das begabte Mädchen und machte sie bereits in jungen Jahren zur Verwalterin seiner landwirtschaftlichen Verwalterin auf dem Weingut S´ Estaca. Die aufgeweckte und bei ihren Untergebenen äußerst beliebte junge Frau erlernte mehrere Sprachen und brachte den Weinanbau auf der erzherzoglichen Besitzung, insbesondere die Sorten Malvasia und Moscatel, zur völligen Blüte. Die Weine der „Herrin der S´Estaca“ und sonstige Produkte wurden mehrfach auf diversen Ausstellungen landwirtschaftlicher Produkte ausgezeichnet.

Auf Mallorca wird ihr eine langjährige Liebesbeziehung zu Ludwig Salvator nachgesagt, der sie auch auf diverse Studienreisen mit der „Nixe“ mitnahm und für sie ein Wohnhaus in Valldemossa errichten ließ. Im Zuge der Orientreise 1898/99 kam es in Venedig , angeblich aufgrund eines Verhältnisses mit dem damaligen Kapitän der erzherzoglichen Yacht – Juan Singala – zu einem Bruch mit Ludwig Salvator und kehrte Catalina Homar nach Mallorca zurück. Der Erzherzog und sie sollten einander trotz weiterhin geführter Korrespondenz nicht mehr sehen, da Ludwig Salvator erst wieder acht Jahre später auf die Baleareninsel zurückkehrte. Bedingt durch die Verbreitung der Reblaus in Europa nahm auch der Weinbau auf den Terrassen der S´Estaca großen Schaden. Catalina Homar starb 1905 an den Folgen einer Krankheit, die sie sich möglicherweise auf der gemeinsamen Orientreise zugezogen hatte.

Als der Erzherzog von ihrem Tod erfuhr, brach er in tiefe Verzweiflung aus und schrieb zu ihrem Andenken das noch im selben Jahr erschienene Buch „Catalina Homar“, in dessen Vorwort er festhielt:

„Sonderbarer Weise beschäftigen sich die Menschen am meisten mit den Thaten derjenigen, die ihnen Schaden zufügten. Die Geschichte derselben wird nach allen Arten und Richtungen hin geschrieben und mit Gier gelesen. Falschen Gelehrten, welche durch ihre irrigen Lehren die Fackel des Glaubens in den jugendlichen Herzen erlöschten, Empörern, die ein ruhiges Land in Feuer und Flammen setzten, Eroberern, welche Hunderttausende zur Schlachtbank führten – ihnen wird ein Denkmal errichtet und mit grinsendem Lächeln blicken ihre ehernen Figuren vom hohen Marmorsockel auf die zu ihren Füssen wogende Menge, die blindlings neuen Zerstörern ihres Wohlergehens neue Statuen errichten wird.

Um die Geschichte wohlthätiger Wesen, welche ihre Mitmenschen liebten, ihnen halfen, um die kümmert man sich kaum; ihre Stimme verhallt ungehört wie die der nützlichen Singvögel in der Waldesstille verklingt und verschwimmt in dem Meere der auf einander folgenden Menschenwogen. Wie einsame, aber wohlriechende Blümchen keimen sie auf, entfalten sich, verbreiten ihren himmlischen Duft und vergehen ungesehen und unbemerkt. Und doch, um wie viel veredelnder wäre es, wenn man sich gerade mit der schlichten Geschichte dieser segenbringenden Geschöpfe beschäftigen würde, wie viele Beispiele von Tugend, von Sanftmuth, von Opferwilligkeit könnte man aus ihrem Leben lesen und ihr bescheidener Name, den sie zu Lebzeiten nicht ausposaunten, würde im dankbaren Herzen der folgenden Generationen fortleben, die ihre Erinnerung segnen möchte und aus ihrem Lebenswandel nützliche Lehren schöpfen würde, um wiederum nach Thunlichkeit Gutes zu wirken.“

Weiters ließ er vom berühmten italienischen Bildhauer Giulio Monteverdi ein Marmor-Denkmal anfertigen, welches die tiefgläubige Catalina in kniend-betender Haltung vor dem stehenden und sie segnenden Christus zeigt. Diese Figurengruppe wurde erst nach der endgültigen Abreise Ludwig Salvators von Mallorca auf die Insel gebracht und zunächst in Miramar aufgestellt. Ihren endgültigen Platz fand sie im Garten des Landgutes Son Moragues.

Catalina Homar wurde am Ortsfriedhof von Valldemossa bestattet.“