Ludwig Salvator

ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

LUDWIG - SALVATOR - GESELLSCHAFT

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S´Estaca

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Das Haus ist von mir im Jahre 1878 nach sicilianischer Bauart aufgeführt worden, hat eine grosse vordere Terrasse mit einem Rebendach, das von weiss-getünchten Rundsäulen getragen wird, und zwei obere Terrassen. Alle Räume sind gewölbt, wozuMarés-Steine verwendet sind, die von der Südküste mittelst Barken zum Guix und von hier zurFahrstrasse hinaufbefördert wurden. Unten befindet sich der Keller, von welchem eine breite Treppein die Mitte der Eingangshalle hinaufführt.An den Seiten desselben sind zwei Cisternen, von denen die an der Terrasse gelegene Trinkwasser hat, die andere aber, welche von den nahen steilen Wegen (de Canrec) Zufluss hat, solches zu gewerblichen Zwecken liefert. Die Lage istwirklich bezaubernd: ringsum lachende Weingärten, hin und wieder durch Johannisbrodbaume unterbrochen, und oberhalb des Hauses eine Palmenterrasse, im Osten die sphinxartige Foradada weit in das Meer vorspringend, im Westen die Punta de s’Aliga, im Süden der steile waldige Abhang und oben wie ein Adlerhorst auf den Felsenwänden der Mirador de ses Pitas, im Norden das grenzenlose Meer. Von der vorderen Terrasse aus kann man auf den kleinen Caló schauen, wo gegen 14 Hütten stehen, zu welchen ein steiler Pfad an einem kleinen, von einer gypshaltigenQuelle bewässerten Garten und an einer tiefer gelegenen, trinkbares Wasser liefernden Quelle vorbei hinabführt. Aus letzterer Quelle schöpfen besonders die Fischer ihren Wasservorrath. Stundenlang kann man hier in diesem abgeschlossenen Winkel ruhen, ohne von Jemand gestört zu werden. Wenn man oben im Saale sitzt und nach drei Richtungen das zu Füssen liegende Meer überblickt. wähnt man sich auf einem dahinsegelnden Schiffe; umherfliegende Möwen vervollständigen diese Täuschung. Man lässt dann wohl allerhand Bilder aus fernen Zonen in seiner Phantasie aufsteigen, und wenn man schliesslich aus seinem Traume erwacht, so preist man sich glücklich, in diesem gesegneten Erdenwinkel weilen zu dürfen.“ (Ludwig Salvator)

Seit dem Jahr 1873 kaufte der Erzherzog  sukzessive Weinberge am Küstenreifen von  s’Estaca. Um die Qualität des dortigen Muskateller- und Malvasierweines zu verbessern, nutzte er die Erfahrung  der Rebenschneider aus Banyalbufar, die zunächst auch die Weinverarbeitung leiteten. Banyabulfar hat eine lange Tradition in der Verarbeitung von Qualitätsweinen. Einige Jahre später entschloss er sich zum Bau eines kleinen Landhauses nahe an der dortigen Küste. Dass dieses von ihm selbst im lipariotischen Stil  geplant wurde, mag vielleicht mit dem gescheiterten Kauf eines Anwesens auf den Liparischen Inseln zusammenhängen. Ludwig Salvator hatte sich de facto zeitgleich zu den Balearen auch in die kleine Inselgruppe nördlich von Sizilien verliebt und hielt sich dort regelmäßig mit der „Nixe“ zu Forschungszwecken auf. In seinem Werk über die Hauptinsel Lipari beschreibt er den Wunsch nach einem „kleinen Häuschen“ auf dieser Insel, dessen Kauf bereits mündlich vereinbart war, dessen formale Umsetzung jedoch nicht zustande kam. Der Verkäufer hatte den Erzherzog nämlich mit Tränen in den Augen und umringt von dessen zahlreicher Familie gebeten, doch vom Kauf Abstand zu nehmen, da er ansonsten nicht wisse, wo er eine neue Bleibe finden solle. Der grundgütige Ludwig Salvator willigte in einen Rücktritt ein, die Sehnsucht nach einem solchen Haus blieb jedoch erhalten.

Ab 1886 begannen die „goldenen Jahre“ der S´Estaca, deren Weinbau und Landwirtschaft von der jungen und tüchtigen Catalina Homar verwaltet wurden. Die erzherzoglichen Qualitätsprodukte fanden auch auf diversen Landwirtschaftsmessen im In- und Ausland Aufmerksamkeit und wurden dort mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nach dem frühen tragischen Tod von Catalina Homar im Jahr 1905 verschlechterte sich die Produktion auf der S´Estaca zusehends und wurden die gesamten Weinstöcke zudem massiv durch die weit verbreitete Reblausplage schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Heute befindet sich das einzige Haus, das Ludwig Salvator für sich auf Mallorca errichten ließ und das untrennbar mit der Geschichte seiner mallorquinischen Geliebten Catalina Homar verbunden ist, im Eigentum des Filmschauspielers Michael Douglas und dessen Exgattin Diandra.