Ludwig Salvator

ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

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Franz I. beider Sizilien

19.8.1777 (Neapel) – 8.11.1830 (Neapel)

 

Francesco Gennaro Giuseppe Saverio Giovanni Battista war der zweite Sohn des Königs Ferdinand I. von Neapel-Sizilien und dessen erster Gemahlin Maria Karolina von Österreich. Nach dem frühen Tod des älteren Bruders Carlo Tito (1775–1778) wurde er 1778 zum Herzog von Kalabrien und  zum Thronfolger von Neapel und Sizilien ernannt.

Er erhielt eine sorgfältige humanistische und wissenschaftliche Ausbildung, die ihn auf seine zukünftigen Aufgaben angemessen vorbereiten sollte. Besonderes Interesse zeigte Franz vor allem an naturwissenschaftlichen Themen, insbesondere an Botanik, auf welchem Gebiet er sogar zwei längere Abhandlungen verfasste. 

Mit 18 Jahren durfte er ab 1795 an den Sitzungen des Staatsrates teilnehmen, um in die Regierungsgeschäfte eingeführt zu werden. 

Nach Ablauf des Trauerjahrs schloss Francesco am 6. Juli 1802 eine neue Ehe mit der spanischen Infantin Maria Isabella. Die neue Ehe, aus der zahlreiche Kinder hervorgingen, war von Ferdinand IV. geplant worden, um das Bündnis zwischen Neapel und Madrid zu erneuern. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten kühlten aber schnell wieder ab, da Francescos Mutter, die Königin Maria Carolina, das Königreich Neapel völlig unter den Einfluss Habsburgs brachte.

Im Dezember 1816 wurden die Königreiche Neapel und Sizilien zum Königreich beider Sizilien vereinigt. Als der König, der sich jetzt Ferdinand I. nannte, die Verfassung von 1812 wieder aufhob, brach 1820 ein Aufstand aus, der nur mit Hilfe Österreichs unterdrückt werden konnte. Während des Aufstands in Neapel und Palermo wurde Francesco zum Generalvikar des Königreichs ernannt. Die österreichische Besatzung in Neapel blieb weiterhin bestehen, auch über den Tod Ferdinands I. hinaus, der am 4. Januar 1825 im Alter von 73 Jahren starb.

Aufgrund ihrer Erfahrungen mit den Regentschaften Franz’ I. als Vikar des Königreichs erwarteten die Liberalen und die ehemaligen Führer des Aufstands eine neue fortschrittliche Politik für das Königreich. Ihre Erwartungen wurden jedoch enttäuscht; Franz I. verfolgte nach seinem Regierungsantritt eine streng reaktionäre Politik, nicht nur, weil sein Reich weiterhin von den österreichischen Truppen kontrolliert wurde, sondern auch, weil es weiterhin von denselben Ministern regiert wurde, die schon seinem Vater gedient hatten. Im Jahr 1827 erzielte Franz seinen einzigen politischen Erfolg, als er den Abzug der österreichischen Armee erreichen konnte, die das Land seit 1821 besetzt hielt und von Neapel finanziert werden musste.

Während der Regierungszeit Franz’ I. erstarkten die Carbonari-Geheimbünde, vor allem auf dem Festland und im Osten Siziliens. Im übrigen Sizilien blühten Schmuggel und Korruption. Private bewaffnete Banden im Dienst der Feudalherren (Adlige und Großgrundbesitzer), aus denen später die Cosa Nostra hervorging, verübten zahlreiche Verbrechen.

Am 28. Juni 1828 begann in Cilento ein neuer Aufstand gegen den König, der von Mitgliedern des sogenannten Geheimbundes von Philadelphia ins Leben gerufen wurde und die Wiederherstellung der Verfassung von 1820 forderte. Die Aufständischen nahmen schnell die Städte Centola, Camerota, Bosco und Palinuro ein. Am 1. Juli entsandte König Franz 8000 Soldaten unter dem Minister Francesco Saverio Del Carretto, um die Revolte niederzuschlagen. Dabei kam es zu Gewaltakten gegen die Zivilbevölkerung; das aufständische Dorf Bosco wurde am 7. Juli zerstört. Del Carretto drohte damit, auch das Dorf Celle di Bulgheria zu zerstören, wenn der Anführer des Aufstands, der Kanoniker Antonio Maria De Luca, nicht ausgeliefert würde. Letzterer ergab sich der Polizei, um ein Massaker zu verhindern, und wurde einige Tage später nach seiner Exkommunikation zum Tode verurteilt.

Franz I. starb am 8. November 1830 im Alter von 53 Jahren nach nur fünfjähriger Herrschaft und wurde in der Basilika Santa Chiara in Neapel beigesetzt. Sein Sohn Ferdinand Karl Maria folgte ihm als Ferdinand II. auf dem Thron nach.