Ludwig Salvator

ERZHERZOG LUDWIG SALVATOR Der Prinz des Mittelmeeres

LUDWIG - SALVATOR - GESELLSCHAFT

wellen-1
Entourage
mallorca-1
kueste-1
hafen-1
nixe-1

MIGRATION - DIE FLUCHT NACH EUROPA

Quelle: Statista 2022

„Vielleicht trägt das Büchlein dazu bei, die Aufmerksamkeit der Auswanderer dahin zu lenken, wo es ihnen gegönnt ist, sich ein friedliches und angenehmes Heim zu schaffen.“
(aus Ludwig Salvator „Eine Blume aus dem goldenen Land oder Los Angeles, 1878)

Schon seit Jahren fliehen Menschen aus den Krisenregionen der Welt über das Mittelmeer nach Europa – mit verheerenden Auswirkungen: Im Jahr 2016 ertranken über 5.000 Menschen im Mittelmeer. 2017 starben oder verschwanden laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mehr als 3.100 Geflüchtete, 2018 waren es mehr als 2.200 Tote und Vermisste, 2019 1.335 Menschen und 2020 fanden 1.401 Menschen den Tod bei der Flucht über das Mittelmeer oder sind vermisst.

Schätzungsweise 1.589 Menschen haben von Januar bis Dezember 2021 die Überfahrt übers Mittelmeer nicht überlebt oder werden vermisst. Die Zahl der Toten und Vermissten können jedoch nur Schätzungen sein. Die genaue Zahl der Opfer wird für immer im Dunkeln bleiben.

Obwohl die Zahl der Ankünfte über die Mittelmeerroute seit 2016 stark gesunken ist (2016: 373.652 Menschen; 2017: 185.139 Menschen; 2018: 141.472 Menschen; 2019: 123.663 Menschen; 2020: 95.031 Menschen, 2021: 107.648 Menschen), bleibt der Weg übers Mittelmeer die tödlichste Seeroute der Welt.

Der UNHCR fordert eine stärkere Koordinierung und mehr Solidarität der EU-Mitgliedsstaaten sowie erhöhte Such- und Rettungskapazitäten und eine Regelung zur Anlandung. Denn der Schutz von Leben und grundlegenden Menschenrechten muss weiterhin Priorität haben. Die Rettung auf See ist ein humanitärer Imperativ und eine Verpflichtung nach dem Völkerrecht.

Für die Ludwig-Salvator-Gesellschaft ist es keine Frage, dass sich der Erzherzog – würde er in unseren Tagen leben – diese Forderung unterstützt hätte. Als erfahrenen Kapitän seines Schiffes war das Thema Seenotrettung für ihn eine Realität, mit der er sowohl aktiv als auch passiv (Letzteres beim Untergang seines eigenen Schiffes) konfrontiert war. Seine Bücher „Los Angeles. Eine Blume aus dem goldenen Land“ und „Hobarttown. Sommerfrische in den Antipoden“ belegen, dass ihn auch die Migration von Menschen aus politischen und/oder wirtschaftlichen Gründen beschäftigte und er in beiden genannten Werken die deutliche Hoffnung aussprach, den Auswanderungswilligen mit seinen Information ein „friedliches und angenehmes Heim“ zu schaffen. Bedenkt man die massiven Eingriffe, die durch die europäischen Kolonialmächte über Jahrzehnte und Jahrhunderte auf dem afrikanischen Kontinent und in Vorderasien vorgenommen wurden, um die eigenen Herrschaftsverhältnisse zu stabilisieren, auszubauen und den Wohlstand der eigenen Bevölkerung zu Lasten der Resourcen der besetzten Länder und deren Bevölkerung zu mehren, erscheint die aktuelle Forderung nach einem zivilisierten, humanen und konstruktiven Umgang der europäischen Staaten mit dieser fortwährend bedenklichen Entwicklung mehr als verständlich.